Feiertag Maria Empfängnis

Besuchern auf Mallorca kommt es häufig so vor, dass hier immer gerade irgendein Feiertag begangen wird. Tatsächlich ist es so, dass wir allein im Dezember vier Feiertage haben, am 6.12. eines jeden Jahres ist Nationalfeiertag (einer von zwei Nationalfeiertagen, der andere ist am 12. Oktober), am 8.12. ist Maria Empfängnis, auch das ist in ganz Spanien ein Feiertag, dann kommt wie überall in Europa der 25.12. als Weihnachtstag und in Palma zusätzlich der 26.12. als der Zweite Weihnachtstag oder Stephanustag.

Im Januar folgen gleich der 1.1., der 6.1., der 16. und 19.1. (in Palma) also weitere vier Feiertage, zu denen ich dann im Januar etwas schreibe. Heute will ich auf die Marienverehrung eingehen und den Feiertag am 8. Dezember.

Viele Bewohner und Besucher Mallorcas meinen, dass mit der Eroberung von Jakob von Aragon im Jahr 1229 das Christentum auf Mallorca etabliert wurde, nach 327 Jahren muslimischer Herrschaft.

Tatsächlich gehen natürlich die Wurzeln des Christentums auf Mallorca auf die Römer zurück. Kaiser Konstantin hatte das Christentum ab 312 n. Chr. in seinem Reich als Staatsreligion eingeführt und da Mallorca zu dieser Zeit römisch verwaltet wurde, fand auch die neue Religion ihren Einzug auf der Insel.

Als die Römer um 450 n.Chr. von den Vandalen vertrieben wurden, wechselte aber die Religion nicht. Die Vandalen waren Christen, wenn auch „Arianer“, sie hatten einen etwas andere Auffassung von der Dreifaltigkeit, glaubten aber an den Einen Christlichen Gott.

Als dann Mallorca im 7. Jahrhundert von Byzanz aus regiert wurde, wechselte der Ritus, aber nicht der Glaube an den Einen Gott, dieser wurde nun jedoch in griechisch-orthodoxer Weise angebetet.

Tatsächlich wechselt die Religion dann im Jahr 902, als die Mauren die Insel erobern, und Mallorca bleibt muslimisch bis 1229, als eben Jakob von Aragon die Insel für das Christentum „rück“- erobert, wie er es selbst ausdrückt.

Und mit ihm beginnt auch eine intensive Marienverehrung, denn als Jakob mit seinen 115 Booten und 15.000 Soldaten auf dem Weg von Tarragona nach Mallorca war, kam ein heftiger Sturm auf. Jakob hatte aber in weiser Voraussicht einen mobilen Altar dabei, vor dem er nieder kniete und dem Lieben Gott versprach, eine Kathedrale zu errichten, wenn er mit all seinen Schiffen sicher auf Mallorca landen würde und die Insel erobern könnte. Wie wir wissen, hat das geklappt.

Mit der Rückkehr des Christentum begann auch eine innige Verehrung der Heiligen Maria, sie schützte unsere Seefahrer zu allen Zeiten bei ihren Fahrten über die Weltmeere und wurde von Ihnen auch besonders verehrt.

Zwei Tage im Jahr der Marienverehrung sind in ganz Spanien Feiertage, Maria Himmelfahrt am 15. August und Maria Empfängnis am 8. Dezember.

Die Bezeichnung Maria Empfängnis wird leicht falsch verstanden, oft wird die Auffassung vertreten, dass es um den Zeugungs Moment geht. Tatsächlich wird an diesem Tag aber gefeiert, dass Maria der einzige Mensch ist, der frei von der Erbsünde war.

Wir feiern also am 8.12. eine Persönlichkeit mit einer einzigartigen Eigenschaft und nicht den Umstand, dass sie vom Heiligen Geist empfangen hat. Dies ist an „Maria Verkündung“ geschehen und daran wird natürlich circa neun Monate vor Weihnachten gedacht.

Im Jahr 2019 ist der 8. Dezember ein Sonntag. In Spanien wird der Feiertag dann auf den nächsten Werktag, also dem Montag verlegt, so dass in diesem Jahr der 9.12. ein Feiertag ist, an dem Banken, Behörden und Schulen geschlossen sind, sowie die Fachgeschäfte, die von Mallorquinern geführt werden.