Galeone Andalucia vor Palma

Galeone- allein der Begriff klingt nach Seefahrer- Abenteuer, nach Seeschlachten und globalen Handelsbeziehungen.

Und tatsächlich, nach der Entdeckung Amerikas wurden unzählige Galeonen gebaut, die den Handelsverkehr mit den spanischen Kolonien in ganz Amerika und den Philipinen aufnahmen.
Die Überfahrt an Bord einer Galeone hatte alles andere als Seefahrerromantik. Pro Person standen 1,5 Quadratmeter zur Verfügung. Gesamt reisten an Bord circa 150 Personen und die Hauptnahrung war ein trockener Keks, oft nass oder mit Würmern, eine unfreiwillige Eiweißquelle. Das Wasser war nach 20 bis 30 Tagen ungenießbar und dann wurde Wein das Hauptgetränk. Über 20.000 Liter Wein hatte ein Galeone geladen.

Nur die Offiziere konnten am Abend in der Messe eine warme Mahlzeit am Tisch mit dem Kapitän zu sich nehmen. Die Nachtruhe mussten sie allerdings auch unter beengten Verhältnissen halten.

Nur der Kapitän hatte eine kleine Kabine mit Bett und Nachttopf. Hygiene an Bord war kaum möglich, Läuse galten als normal und der Geruch würde für uns wohl heutzutage unerträglich sein.

Eine Galeone zeichnete sich im Gegensatz zu den davor eingesetzten Booten (Karacken) durch eine stärkere Wehrhaftigkeit (Kanonen) aus, durch eine besser Stabilität gegen Stürme und Wellen, da das Verhältnis von Länge und Breite von 3:1 auf 4:1 erhöht wurde und durch eine deutlich stärke Wendigkeit.

Galeonen erinnern an die „Goldene Zeit“ der spanischen Krone des 15., 16. und 17. Jahrhunderts, als diese Boote wertvolle Waren von Mittel- und Südamerika und auch von Asien, die Philippinen waren über dreihundert Jahre eine Kolonie von Spanien, nach Europa brachten.

Zu ihrer Verteidigung waren die meist dreimastigen Segelboote mit für die damalige Zeit modernen Kriegswaffen, durchschlagkräftigen Kanonen, ausgestattet. Zur besseren Verteiligung gegen Piraten reisten die Galeonen im Konvoi mit eskortierenden Kriegsschiffen. Aber die weit größere Gefahr waren Stürme und Schiffbruch, bei denen viele Menschen ihr Leben verloren. Trotzdem erreichten mehr als 95% der Schiffe ihr Ziel.

Die Galeone Andalucia, die vom 13. bis 23. Februar 2020 in Palmas Yachthafen liegt, ist ein Nachbau einer solchen Galeone und zeigt als Museumsschiff die Bauweise und Ausstattung trefflich auf. Zwischen 2009 und 2010 wurde das Schiff von der „Nao Victoria Stiftung“ in Huelva (Spanien) gebaut. Der Dreimaster ist voll seetüchtig und hat bereits 48.000 nautische Meilen zurückgelegt; dabei in fast 100 Häfen von vier Kontinenten festgemacht und an zahlreichen Kulturprojekten teilgenommen.