Seehandelsbörse La Llonja, Sa Llotja

Im Jahre 1420, 190 Jahre nach der Christlichen Rückeroberung von Mallorca, war Palma bereits wieder sehr reich. Der Seehandel hatte schon seit der Zeit der Römer für Wohlstand gesorgt. Im Jahre 1230 waren aber nun alle Handelsbeziehungen mit den muslimischen Mittelmeer- Anrainerstaaten abgebrochen worden.

Den mallorquinischen Seefahrern des 13. und 14. Jahrhunderts ist es aber zu verdanken, dass das hohe Niveau der Handelsbeziehungen mit dem Mittelmeerraum wieder hergestellt wurde. Daher beschlossen die Kaufleute und Reeder der Insel den Bau eines Gebäudes, worin man sich treffen und Handel treiben konnte.

Es sollte ein repräsentativer Bau sei, im gotischen Stil, das war der damals so beliebte Baustil. Allerdings war es schwer, einen Baumeister zu finden, der diesen Baustil auch beherrschte. Auf Mallorca gab es zur damaligen Zeit jedoch nur eine wirklichen Gotik- Experten, der Architekt Guillem Sagrera aus Felanitx. Nur hatte dieser Baumeister schon eine Beschäftigung, er baute die Kathedrale. Nach einer Unterredung mit den Kaufleuten und einem finanziell nicht aasschlagbaren Angebot erklärte sich Sagrera dann bereit, die Baubetreuung für das neue Gebäude zu übernehmen.

Nach seinen Plänen begann der Bau dann um 1420, da er dieses Gebäude jedoch nicht innerhalb der vorgesehenen Frist von 12 Jahren fertigstellen konnte, wurde das Gebäude erst 1447 von Baumeister Vilasolar mit den Arbeiten an den beiden letzten großen Fenstern vollendet.

Nach der Fertigstellung war es Sitz der Seehandelsbörse, die durch ein Privileg des König Marti I aus dem Jahre 1403 in Barcelona gegründet wurde und sich ab 1452 bis zur Auflösung in den 1830er Jahren in diesem Gebäude befand. Diese Körperschaft befasste sich damals mit der Regulierung und dem Schutz des Handels, sowie der Instandhaltung des Hafens der Stadt Palma. Im Gebäude der Llotja wurden geschäftliche Transaktionen abgewickelt und es diente auch als Börse.

Nach dem Niedergang des Seehandels wurde la Llotja einige Zeit als einfaches Depot für Waren genutzt. Während der Napoleonischen Kriege wurde eine Artillerie-Manufaktur eingerichtet. Nach dem Unabhängigkeitskrieg wurde die Kanonenfabrik zurückgebaut, renoviert und als Gerichtsgebäude genutzt. Zwischen 1886 und 1962 beherbergte es ein Museum für Malerei und Archäologie.

Heute steht das Gebäude leer und kann von Dienstag bis Sonntag (ohne Eintrittsgebühr) besichtigt werden. Zu sehen sind sehr filigrane Pfeiler und ein schönes Deckengewölbe.